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Urban Hiking Wien 1303: Die Gartenstädte des Roten Wien in Lainz

Stadtrundgang · Österreich
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  • Siedlung Hermeswiese mit öffentlicher Uhr
    Siedlung Hermeswiese mit öffentlicher Uhr
    Foto: Herbert Wagner, CC BY-ND, Naturfreunde Österreich
m 320 300 280 260 240 220 200 180 6 5 4 3 2 1 km
Von Lainz durch vier Gartenstädte der Zwischenkriegszeit (Siedlung Lockerwiese | Werkbundsiedlung | Friedensstadt | Siedlung Hermeswiese) nach Speising.
leicht
Strecke 6,7 km
2:30 h
101 hm
72 hm
304 hm
206 hm
Die Tour führt vorerst zur Otto-Glöckel-Schule Veitingergasse, die einst der Ehrenvorsitzende der NATURFREUNDE, Heinz Fischer, besuchte. Dann geht es zum Holowatyjplatz inmitten der Siedlung Lockerwiese. Zahlreiche Informationstafeln der Volkshochschule Hietzing erzählen die wechselvolle Geschichte dieser Gartensiedlung. Durch verschlungene Gassen und über Stiiegen führt der Weg zum Roten Berg, an dessen westlichem Abhang die Werkbundsiedlung liegt (hier lohnt ein kleiner Erkundungsrundgang). Auch hier gibt es zahlreiche Informationen - diesmal vom Wohnbauressort der Stadt Wien. Durch das Tal des Wlassakgrabens führt der Weg in den Hörndlwald und durch diesen in die Siedlung Friedensstadt. Über die Friedenszeile geht es zur "Waldschule" beim ehemaligen Pförtnerhaus des Lainzer Tiergartens, dann weiter durch die Linienamtsgasse zur Einfassung des Lainzer Bachs; hier lässt sich erkennen, wie das "Schicksal" vieler Wienerwaldbäche verläuft. Durch die Siedlung Hermeswiese kommen wir schließlich nach Speising.
Profilbild von Herbert Wagner
Autor
Herbert Wagner 
Aktualisierung: 19.08.2020
Schwierigkeit
leicht
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
Hörndlwaldwiese | Friedensstadtweg, 304 m
Tiefster Punkt
Lainzer Straße | Veitingergasse, 206 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Wegearten

Asphalt 42,01%Schotterweg 1,06%Naturweg 17,06%Pfad 27,05%Straße 12,79%
Asphalt
2,8 km
Schotterweg
0,1 km
Naturweg
1,1 km
Pfad
1,8 km
Straße
0,9 km
Höhenprofil anzeigen

Weitere Infos und Links

Die Otto-Glöckel-Schule Veitingergasse ist der letzte Schulbau des "Roten Wien". 1933 begonnen wurde der Bau erst nach dem Verbot der Sozialdemokratie 1934 eröffnet. Die meisten der heute noch bestehenden Wiener Schulen wurden aufgrund der Bevölkerungsexpolsion in Wien (die Einwohnerzahl hatte sich innerhalb von rund 70 Jahren verfünffacht) noch in der Endphase der Monarche errichtet - fast 2000 Schulgebäude entstanden in dieser Zeit. Nach 1918 gab es infolge des Geburtenrückgangs zwar nur noch vier Schulneubauten, die sich jedoch durch ihre hohe Qualität auszeichnen. Es wurden die neuesten Erkenntnisse, die seit der Jahrhundertwende gemacht wurden, berücksichtigt. Großzügiger Lichteinfall in den Klassen, breite und helle Gänge sowie geräumige Stiegenhäuser, sportgerechte Turnhallen und großzügigen Außenflächen gehören zum Standard. In dem Gebäude Veitingergasse wurden wesentliche Kriterien der Auffassungen Otto Glöckels verwirklicht wie der handlungsorientierte Unterricht, der in den handwerklichen Fächern zum Tragen kommt. 1994 wurde der vor allem in den 1930er Jahren auch international anerkannte Schulbau um einen Turnsaaltrakt erweitert. 

1945 wurde die Lehranstalt nach Otto Glöckel (1874-1935), dem Initiator der demokratischen Schulreform 1919 benannt. Eine von Sepp Haberl-Calo geschaffene Büste steht am Gang des Hochparterres. Seine Weltanschauung entwickelte Glöckel aus seiner Erfahrung als Junglehrer im Wien der ausgehenden Monarchie. So schrieb er 1892 über seine Beobachtungen als provosorischer Unterlehrer an einer Schule in der Nähe der Schmelz: "Seine vierte Volksschulklasse zählte 60 Kinder, zwei Drittel davon waren Repetenten. Etliche Kinder schliefen vor Müdigkeit während des Unterrichts, weil sie bis tief in die Nacht als Kegelbuben beschäftigt gewesen waren oder bereits am frühen Morgen Milch, Brot und Zeitungen zugestellt hatten. Der größere Teil dieser bedauernswerten Wesen hatte wegen der elterlichen Armut nicht einmal ein Mittagessen." Nach dem Auseinanderbrechen der Großen Koalition, die die Grundlagen der demokratischen Republik gelegt hatte, setzte Glöckel seine als Unterstaatssekretär initiierten Schulreformen als Präsident des Wiener Stadtschulrats fort, die von seinem sozialen Engagement bestimmt, aber auch umstritten waren. Noch heute sind viele seiner Ideen noch nicht vollzogen, wie zum Beispiel die gemeinsame Schule aller 10- bis 14-Jährigen ("Allgemeine Mittelschule"). Vehement lehnte er auch (katholische) Privatschulen ab. Allgemein anerkannt sind die Neuerungen wie die Weiterbildung des Lehrkörpers in Arbeitsgemeinschaften, die Einbeziehung der Eltern in den Ausbau des Schulwesens und die Schaffung von schulmedizinischer Versorgung.

 

Start

Kardinal-König-Platz | Straßenbahn-Station Jagdschlossgasse (207 m)
Koordinaten:
DD
48.177201, 16.283633
GMS
48°10'37.9"N 16°17'01.1"E
UTM
33U 595424 5336792
w3w 
///balkone.geschirr.ausleger
Auf Karte anzeigen

Ziel

Straßenbahn-Station Riedelgasse

Wegbeschreibung

Lainzer Straße | Veitingergasse | Hildegard-Teuschl-Weg | Jagdschlossgasse | Seelosgasse | Holowatyjplatz | Faistauergasse | Josef-Schuster-Gasse | Janneckgasse | Eugen-Jettel-Weg | Wolkersbergenstraße | Rotenberggasse | Veitingergasse | Woinovichgasse | Jagicgasse | Gobergasse | Lafitegasse | Joseph-Lister-Gasse | Friedensstadtweg (Rund um den Lainzer Tiergarten) | Hörndlwald | Jenbachgasse | Hörndlwaldgasse | Pallenbergstraße | Hitlweg | Jenbachgasse | Friedensdenkmal der Siedlung Friedensstadt | Friedenszeile | "Waldschule" | Linienamtsgasse | ASV-13-Platz | Einfassung Lainzer Bach | Ebersberggasse | Paoligasse | Trabertgasse | Wanda-Lanzer-Hof

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

mit Bahn und Bus erreichbar

Straßenbahn Linie 60 (Station Jagdschlossgasse)

Anfahrt

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Koordinaten

DD
48.177201, 16.283633
GMS
48°10'37.9"N 16°17'01.1"E
UTM
33U 595424 5336792
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///balkone.geschirr.ausleger
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchempfehlungen des Autors

Weissenbacher, Gerhard: In Hietzing gebaut, Architektur und Geschichte eines Wiener Bezirks. Band I: Siedlungsgeschichte, soziale und politische Geschichte, Kulturgeschichte, Bauwerke in engem Zusammenhang mit der Bezirksgeschichte, Sakralbauten, öffentliche Bauten, Büro- und Geschäftsbauten. Wien: Verlag Holzhausen, 1999 (2. verbesserte Auflage), 393 Seiten, 642 Abbildungen, ISBN 3-900518-55-6

Weissenbacher, Gerhard: In Hietzing gebaut, Architektur und Geschichte eines Wiener Bezirks. Band II: Villen, Einfamilienhäuser im Jahrhundert, Einfamilienhäuser im 20. Jahrhundert, Siedlungen, Mehrfamilienhäuser, Biografien der Architekten und Baumeister. Wien: Verlag Holzhausen, 2000 (2. verbesserte Auflage), 547 Seiten, 835 Abbildungen, ISBN 3-900518-93-9

Das Hauptthema von Band II sind Wohngebäude aller Art. Ausgangspunkt sind die adeligen und großbürgerlichen Villen des 18. und 19. Jahrhunderts, die wohl durch die Nähe zu Schloß Schönbrunn hier entstanden. Weiter geht es über beeindruckende Sommerhäuser aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zu den heutigen Einfamilienhäusern sowie Mehrfamilienhäuser und Siedlungsanlagen. Die Siedlungen waren teilweise richtungsweisend: wie die Werkbundsiedlung, deren Häuser von weltberühmten Architekten wie Josef Hoffmann, Richard J. Neutra, Adolf Loos, Margarete Schütte-Lihotzky, Max Fellerer, Gerrit Th. Rietveld oder Clemens Holzmeister entworfen und 1930-32 gebaut wurden. Ein kurzes Kapitel ist den Arbeiten des Kulturreformers und genialen Erneuerers der Architektur, Adolf Loos, die er in Hietzing geschaffen hat, gewidmet. In einem Anhang wird auf Bauklassen, Wohnungsgrößen, Bevölkerungsentwicklung und -dichte, Biographien der Architekten und Baumeister, Abbildungen, Quellen, Literatur, Abkürzungen und Personen-, Orts-, Straßen- und Objektregister hingewiesen. Mit den beiden Bänden ist es Gerhard Weissenbacher gelungen eine fast lückenlose Dokumentation der (Bau)Geschichte und der Bauwerke in Hietzing zu schaffen, wobei nicht nur auf die reiche Traditionsarchitektur, sondern auch auf die verschiedenen Ausformungen der Gegenwartsarchitektur eingegangen wurde. Der Wert der beiden Bände liegt in der nahezu vollständigen, detaillierten und durch reiches Bildmaterial anschaulichen Dokumentation, die in dieser Qualität über keinen anderen Bezirk Wiens (oder einer anderen Großstadt) vorliegt.

Ausrüstung

Urban Hiking Wien bietet viele Vorteile: So finden sich auf den Routen zahlreiche Möglichkeiten der Einkehr oder des Einkaufs. So kann die erforderliche Ausrüstung auf das Notwendigste beschränkt bleiben: Du musst nur mitnehmen, was du wirklich brauchst. Wirst du müde oder überfällt dich plötzlich der Hunger, bietet sich ein jederzeit ein kurzer Zwischenstopp in einem der regionalen Lokale oder Einkaufsläden der Stadt an.


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Schwierigkeit
leicht
Strecke
6,7 km
Dauer
2:30 h
Aufstieg
101 hm
Abstieg
72 hm
Höchster Punkt
304 hm
Tiefster Punkt
206 hm
mit Bahn und Bus erreichbar aussichtsreich Einkehrmöglichkeit familienfreundlich kulturell / historisch kinderwagengerecht Geheimtipp Von A nach B

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